Mai 20, 2008 by Götz
Ich sitze in einem vollbesetzten Bus auf einem Sitzplatz am Gang. Eine Gruppe Frauen steigt ein, die ein großes Möbelstück dabei haben (eine Kommode oder so), das sie in den Gang stellen, genau neben mich. Es ist so groß, dass es haargenau in den Gang passt und alles blockiert. Ich fühle mich beengt, bekomme so etwas wie Platzangst, scheue mich aber dennoch zunächst, etwas zu sagen. Das Gefühl der Beengung wird aber irgendwann unerträglich, geradezu panisch, so dass ich mich doch beschwere bzw. frage, warum sie dieses Ding im Bus transportieren müssten, es gäbe schließlich genug preiswerte Transportunternehmen. Entgegen meiner Erwartungen geben mir die Frauen Recht, dass das Möbelstück unpassend für den Bus sei, und entschuldigen sich.
Der Traum hat mit M.´s Projekt zu tun, welches ich immer mehr als Belastung auch für mich wahrnehme. Der Traum drückt es gut aus: es ist eine beengende Angst, die darin besteht, dass ich mich in gewisser Weise verantwortlich für M. und ihre Situation fühle. Ich sitze sozusagen im selben Bus mit ihr - so suggeriere ich mir zumindest. Dadurch mache ich mich unfrei.
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Mai 20, 2008 by Götz
Die präsenteste Phase des heutige Tages ist der Fußweg von der U-Bahnstation nach hause. Ich war früher ausgestiegen, weil ich noch eine Weile gehen wollte. Das schöne Wetter erleichtert es mir, mich sanft zu fühlen und keine Eile aufkommen zu lassen.
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Mai 19, 2008 by Götz
Am frühen Abend unternehme ich einen Spaziergang. Es ist recht kühl und ich fröstele ein wenig unter meiner dünnen Jacke. Dennoch spüre ich, wie die Kühle Klarheit in mir aufkommen lässt. Jegliche gedankliche Beschäftigung mit den Anstrengungen und Wirrungen des vergangenen Tages fällt von mir ab. Das geschieht ganz plötzlich und ist tatsächlich wie ein “Abfall”.
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Mai 17, 2008 by Götz
Schwere, Aufgeregtheit, Freude usw.: All diese Zustände, die ich in den letzten Tagen beschrieb, und die sich wie die einzelnen Darsteller bei einem Kasperletheater je nach Szene ablösten, ließen mich gestern ja in dieses Gefühl der Hülsenhaftigkeit sacken. Dieses Gefühl empfand ich zunächst als niederschmetternd.
Heute, vor, während und nach dem Sport (ich ging mal wieder ins Sportstudio) wurde mir dann klar, woraus diese Hülse besteht. Es ist so einfach, dass es fast lachhaft ist: die Hülse ist der Körper. Alle Befindlichkeiten sind letztendlich Befindlichkeiten des Körpers (auch die emotionalen und intellektuellen). Ich bemerkte es anhand des radikalen Stimmungswechsels, der durch den Sport bewirkt wurde: Vorher irgendwie gedämpft und träge, währenddessen konzentriert, hinterher voller Freude aber auch etwas unruhig.
Die Person ist der Körper.
Das klingt geradezu trivial, und jeder Möchtegernwissenschftler hat das ja sowieso schon immer gewusst. Es ist aber ein Unterschied, ob ich diese Sache nur “weiß” oder ob ich sie wirklich fühlen kann. Letzteres beinhaltet nämlich einen gewissen Schrecken, der mich gestern heimsuchte. Und genau hier ist dann der Punkt, wo ich entweder weitergehen möchte, oder wo ich in Panik umdrehe, weil mir das “Wissen” reicht”, die direkte Wahrnehmung dieser Tatsache mich aber überfordert. Tatsächlich ist diese Panik aber nur der Vorlauf dessen, wohin diese Erkenntnis führt. Und das deutete sich bereits gestern als Glücksgefühl an. Es ist letztendlich die Freiheit, auf die es hinausläuft: wenn ich nämlich die Begrenztheit meiner Person kenne, dann bin ich frei von ihren Launen.
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Mai 17, 2008 by Götz
Nach dem Sport fahre ich mit dem Fahrrad nach hause, schiebe allerdings die letzte Strecke, weil ich lieber gehen möchte. Ich bewege mich sanft und entspannt, und komme mir wie mit meiner Umwelt verschmolzen vor. Oder auch wie eine Spielfigur in einem Spiel, die irgendwelche Dinge tut (etwa geht und schaut), aber eigentlich nur nach ein paar einfachen Regeln funktioniert - und deren Haupteigenschaft darin besteht, Teil des Spiels zu sein.
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