Festkleben

Nun hat M. einen großen Auftrag bekommen, und hat bereits angemeldet, während der nächsten Zeit keine Zeit mehr für mich zu haben. Interessant sind die Gefühle und Gedanken, die da bei mir aufsteigen (manche miteinander, manche der Reihe nach):

- Ich freue mich für M. über diesen Auftrag weil ich an ihrer Stimme höre, dass sie sich auch freut.

- Ich bin traurig, weil ich mich zurückgesetzt fühle. Gerade nach diesem schönen Wochenende mit ihr, wo wir uns wieder einmal näher kamen, und ich fast wie frisch verliebt war, wirkt diese Nachricht wie eine kalte Dusche.

- Ich freue mich, weil ich mehr Zeit für mich habe, etwa zum Lesen.

- Ich bin unruhig ob der Aussicht auf weniger Sex.

- Ich bin verwirrt und einsam, weil M. sich langfristig von mir fort zu entwickeln scheint. Spontan kommt der Drang, andere Frauen kennenzulernen. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass derartige “Pläne” sowieso pure Zeitverschwendung sind, denn sie sind reines Tun. Außerdem sind sie eine Flucht vor Einsamkeit.

Wenn ich das jetzt so sehe, dann sind all diese Gefühle und Gedanken reine Impulse der Person. Es sind Reaktionen, die meiner Unfähigkeit oder meinem Unwillen entspringen, die Dinge einfach so sein zu lassen, wie sie sind. Letztendlich zeigen sie nichts als mein Festkleben an irgendwelchen liebgewonnenen und vor Allem routinierten Umständen an.

Eine Antwort zu “Festkleben”

  1. Anonym sagt:

    Es hat mich berührt was Sie hier geschrieben haben. Ich finde das ziemlich ehrlich !

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