Präsenz 07.05.08 und Gelassenheit

Während der Pause am Vormittag verlasse ich das Gebäude und gehe zu meinem Lieblingsplatz an der Spree. Dort setze ich mich in den Halbschatten und schaue den vorüberfahrenden Schiffen zu. Vor Allem das immerwährende Glucksen der Wellen an der Uferbefestigung, auf der ich sitze, zieht meine Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt. Jegliche Gedankenaktivität fällt von mir und ich spüre einen starken Kraftstrom in mir. Ich verharre dort die gesamte Pause über.

Ich muss dabei auch an die Passage bei Maharshi denken, die ich gerade las: “Gelassenheit, Verwirklichung, alle bedeuten dasselbe. Es heißt auch “Übung und Gelassenheit”. Wieso Übung? Weil die Geistesregungen einmal nachlassen und dann wieder aufleben.

Es ist genau das, was ich in mir verspüre: Gelassenheit. Vor diesem Hintergrund fällt mir auch auf, dass mein gestriger Eintrag viel zu kurz greift. Da versuchte ich nämlich noch, die Gelassenheit zu relativieren, indem ich sie verächtlich auf eine körperliche Befindlichkeit zurückführe. Aber darum geht es ja gar nicht. Es geht nicht um Gründe. Es geht um das Jetzt. Und diese Passage aus dem Buch verweist auch auf das Unvermeidliche: Auf das Wiederaufleben der Geistesaktivität. Indem ich aber Pausen davon bewusst wahrnehme, mich in gewisser Weise auch nach ihnen ausrichte, verliert sie ihre Macht.

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