Archiv für April 2008

Zum Treffen mit A.

April 29, 2008

Das gestrige Treffen mit A. blieb heute ohne jegliche Resonanz. Letztendlich war für mich kein erotischer Funke übergesprungen, dem es sich lohnen würde, zu folgen. Folglich werde ich sie auch nicht mehr treffen. Selbst nach 11 Jahren verspüre ich bei M. wesentlich mehr einschlägige Anziehung. Aber warum sage ich “selbst”? Es ist einfach so.

Letztendlich geht es doch nur darum, diesen Funken zu verspüren und ihm dann zu folgen, wenn er aufkommt, ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Wenn dieser Fall eintritt, wird es so sein. Dass ich das viel lockerer und paradoxerweise dadurch auch ernsthafter sehe als früher, bemerke ich daran, dass heute nicht ein Funke Enttäuschung vorhanden war.

Präsenz 29.04.08

April 29, 2008

Zwischen zwei Unterrichtseinheiten setze ich mich ins Freie und schaue auf die Szenerie. Der Himmel ist grau und die Luft irgendwie schwer. Beides färbt auf mich ab und zieht die Aufmerksamkeit von irgendwelchen eben noch vorhandenen Gedanken ab. Sie sind zwar noch da, jedoch ohne jegliche ablenkende “Dynamik”.

Verabredung

April 28, 2008

Am frühen Abend traf ich mich mit A., die ich vor einiger Zeit kennengelernt, und mit der ich einen Mailwechsel gehabt hatte, der mich vermuten ließ, dass sie Interesse an mir (als Mann) hat. Vor zwei Tagen hatten wir uns für heute verabredet. Im Vorfeld des Treffens fühlte ich mich dann sehr angespannt und irgendwie zerrissen: Zum Einen freute ich mich natürlich auf die Perspektive, einer “neuen” Frau näherzukommen, zum Anderen war ich mir aber nicht sicher, ob ich das wirklich wollte. So gut kenne ich A. nicht, wobei mein erster Eindruck eher positiv war, wenn auch nicht leidenschaftlich.

Ich fühlte mich aber auch aus dem Grunde schlecht, weil ich A. bislang nichts von meiner bestehenden Beziehung zu M. erzählt hatte, in meinen Mails aber durchaus Interesse an A. hatte durchsickern lassen. Mir kam sofort die genannte Gewissenlosigkeit und der Hang zur Verführung in den Sinn, so nach dem Motto: Ich mache dieser Frau irgendwelche falschen Hoffnungen, nur um für mich etwas herauszuschlagen. Hinzu kam, dass M. und ich gerade gestern einen schönen Tag und Abend - auch im Bett - miteinander verbracht hatten. Und eigentlich war mir heute gar nicht nach einem Treffen mit A., aber es war ja abgemacht gewesen.

Hinsichtlich M. hatte ich kein Unwohlsein. Irgendwie war es für mich selbstverständlich, dass sie nichts dagegen hätte, wenn ich mich mit einer anderen Frau träfe. Sie hat das ja oft genug betont - allerdings mit der Auflage verbunden, dass das hoffentlich nicht bedeute, dass ich sie deshalb vernachlässigte. (M. las auch gerade die “Sexuelle Zwangswirtschaft” von Otto Mainzer, wovon sie restlos begeistert ist. Sie meinte, endlich fühle sie sich verstanden.)

Wie auch immer: zu Beginn des Treffens war ich außerordentlich gehemmt, was ich sogar an meiner Stimme merkte, die etwas gedrückt klang (zumindest für mich). Mir war auch klar, dass ich A. möglichst gleich über meine aktuellen Lebensumstände aufklären sollte, dass ich also mit einer Frau zusammenlebe. In dem Moment, wo ich das dann tat, fühlte ich mich auch augenblicklich besser. Auch A. reagierte - obwohl offensichtlich ein wenig enttäuscht - ausgesprochen positiv, indem sie mich für meine Ehrlichkeit lobte. Es wurde dann noch ein sehr angenehmer Abend, ohne dass irgendwelche erotischen oder gar sentimentalen Erwartungen im Raum standen. Vielleicht bleiben wir in Kontakt, vielleicht auch nicht.

Präsenz 28.04.08

April 28, 2008

Ich fahre langsam mit dem Fahrrad durch ruhige Straßen. Mir fallen die heruntergefallenen rosa Blütenblätter eines Baumes auf, die von der Brise über den dunklen Asphalt getrieben werden wie Schnee. Hier setzt intensive Präsenz ein. Ich steige vom Fahrrad ab und schiebe eine ganze Weile

Hauptzug 2

April 27, 2008

Drei Themen oder Bereiche in der jüngsten Vergangenheit bzw. der Gegenwart kann ich festmachen, in denen dieser Hauptzug sich produzieren bzw. Kraft schöpfen kann:

- Diese Auseinandersetzung, über die ich bereits gestern schrieb. Ich weiß nicht, ob die Entwicklung dieses Hauptzuges zu der Auseinandersetzung führte, oder ob die (notwendige) Auseinandersetzung den Hauptzug förderte. Ich bin mir aber sicher, dass es da einen Zusammenhang gibt. Er könnte aber auch noch anders aussehen: Vielleicht tobte sich in der Vergangenheit dieser schon immer vorhandene Zug im Kontakt mit diesen Leuten aus, weshalb er zunächst nicht weiter auffiel. Er wurde sozusagen weggepuffert. Dadurch, dass dieser Kontakt nicht mehr besteht, sucht er sich andere Kanäle bzw. wird er sichtbar.

- Die letzten Jahre - und davon vor Allem das letzte halbe Jahr - waren von einem gewissen Kampf im beruflichen Feld geprägt: die berufliche Umstellung, die materielle Ungewissheit, die neue Herausforderung. Dadurch geriet ich womöglich in ein Fahrwasser, in dem gewisse Feinheiten einfach zu kurz kommen. Die ständige Beschäftigung mit dem Thema akkumulierte sozusagen eine grobe Kraft, die genau jene Aspekte des Hauptzuges bedient, die genannt wurden. In Zeiten der Unsicherheit ist die Kultivierung von Macht ein naheliegender Puffer.

- Die Beziehung zu M. ist das dritte große Thema, welches hier eine Rolle spielt. Ihre Selbstständigkeit und die geringere Aufmerksamkeit, die mir dadurch zuteil wird, stachelt jenen Machtaspekt an, der als ein Teil des Hauptzuges genannt wurde, mit Begleiterscheinungen wie Scherzen usw.. Ebenso die Tatsache, dass ich es vielleicht nicht wahrhaben möchte, dass wir uns derzeit voneinander entfernen (Desinteresse an der Wahrheit).

Ich sehe gerade, dass diese drei Tummelplätze des Hauptzuges, und von ihnen vor Allem die letzten beiden, genau die Hauptthemen in meinem aktuellen Leben sind. Das heißt aber nicht, dass diese Themen daran “schuld” sind, dass dieser Hauptzug aufkommt, sondern vielmehr sind sie die Lupe, durch die ich diesen Zug nun beobachten kann, der mir bisher nie auffiel, obwohl er gewiss bereits vorhanden war.