G.-L.´s Eintrag im Blog in Zusammenhang mit C.´s Tagebucheintrag lenken auch meine Aufmerksamkeit auf die Frage, inwieweit die Mitarbeit in der Schule stets von Freude und Freiwilligkeit (im Sinne von freigiebigem Engagement) getragen ist. Es gibt Zeiten, da ist das bei mir sicher so, gar keine Frage. Es gibt aber auch immer wieder Phasen, wo es eher ein Dahinschleppen ist, in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Ich kann C. völlig nachvollziehen wenn er schreibt, dass er sich jedes Mal, wenn er sich die Frage nach der Fortführung der Mitarbeit gestellt und dann positiv entschieden hatte, darüber froh war, doch weitergemacht zu haben. Derartige Zyklen kenne ich auch. Immer wieder kommen und gehen sie - Zweifel und Zuversicht.
“Man findet den Punkt in sich, wo Freude und Begeisterung vorhanden sind und man sich gerne einbringt.”
Dieses “froh sein” bestand dann aber immer darin, dass ich merkte, dass diese Freude aus mir selbst kommt - in ihrem eigenen Rhythmus und ohne, dass ich etwas dazutun musste. Sie war einfach plötzlich da. Es ist dies nichts anderes als Lebenskraft, die aktiv wird. Überschäumende Lebenskraft, Kraft nämlich, die übrig ist, die also nicht im Tagesgeschäft untergeht oder verbraucht wird, sondern die für diese Art von Arbeit zur Verfügung steht. Nicht von ungefähr wurde meine Mitarbeit schlechter, als ich im Alltag Aufgaben annahm, die mich mehr fordern als es bisher der Fall war. Und da gibt es auch nichts daran herumzujammern oder zu kritisieren oder gar Besserung zu geloben: es ist einfach so.
Das ist das Paradoxe an der Schule: Zum Einen ist die Teilnahme ein Luxus (und zwar aus der “vernünftigen” Alltagsperspektive betrachtet), zum Anderen ist sie für mich aber auch eine Notwendigkeit wie die Luft zum atmen (und zwar aus einer rein subjektiven Perspektive betrachtet). Letztendlich zählt letztere. Ich verstehe es sehr gut, wenn C. schreibt, er würde sich wie in einer Zwischenwelt fühlen. Das ist ein Schwanken zwischen den beiden Perspektiven.
“Man findet den Punkt in sich, wo Freude und Begeisterung vorhanden sind und man sich gerne einbringt.”
Diesen Punkt finde ich nur, wenn ich die “vernünftige” Alltagsperspektive beiseite lasse, denn sie ist nach außen gerichtet. Die Freude aber kommt von woanders her.